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Seit etwas mehr als einer Woche passieren in den Zügen der ÖBB die Flüchtlinge den Linzer Hauptbahnhof und es ist das dritte Mal, dass ich vor Ort im Einsatz war. Eines muss man den freiwilligen Helfern dort lassen, welche die Versorgung mittlerweile im Schichtbetrieb übernommen habe: der Grad der Professionalisierung der die letzten Tage stattgefunden hat ist gewaltig.

Eine Person bleibt beim Eingang, koordiniert das, was in die Züge hineingeschafft wird. In kleinen Teams geht man durch den Zug – eine/r trägt das Wasser, der/die andere verteilt es. Das gleiche mit Lebensmitteln und immer mit dabei: jemand der mindestens drei bis vier Sprachen spricht. Somit leisten besonders die Personen welche selbst zugewandert sind, einen der wichtigsten Teile der Aufgabe: die Koordination mit den Flüchtlingen in den Zügen.

Dennoch ist die psychische Belastung für einen selbst das gleiche wie am ersten Tag. Kaum zu glauben, dass die jüngste in unserem Team keine 16 Jahre alt war. Kaum zu glauben, dass das Durchschnittsalter bei denjenigen, die da die belastenste Arbeit übernehmen bei keinen 20 Jahren liegt.

„Am Montag beginnt wieder die Schule – wer soll das dann übernehmen?“ – ist die Frage, die von diesen jungen Menschen immer wieder zu hören ist.

Es ist die Jugend die diese Last dieser Tage draußen auf den Bahnsteigen alleine stemmt. Es ist die Jugend, von der viele Stimmen behaupten sie tauge heute nichts mehr.

Ich sage: diese Jugendlichen, die dort mithelfen, sind die Helden der heutigen Tage.

Lukas Dorn-Fussenegger

Erstellt am: Samstag 12. September 2015 um 19:35
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